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Unter Klima-Monitoring verstehen wir die Überwachung der Vorgänge rund um das Thema Klima. Durch die langfristige, kontinuierliche und systematische Erfassung und Aufbereitung von Beobachtungs- und Messdaten sowie mit Hilfe von modellierten Daten lassen sich komplexe Vorgänge anschaulich abbilden und eventuelle Veränderungen sehr gut nachvollziehen (Indikatoren).

Ein Klimawandel-Monitoring trägt zum besseren Verständnis des Klimawandels bei. Darüber hinaus kann ein Monitoring auch der Ermittlung von Klimafolgen (= Klimawirkungsermitllung) dienen.

Nicht nur der Klimawandel und seine Folgen werden überwacht. Am Ende der Seite finden Sie einen Link zu umweltbezogenen Nachhaltigkeitsindikatoren sowie Biodiversitätsindikatoren.

Klimawandel- und Klimawandelfolgen-Monitoring

Im Jahr 2015 hat der Bund den Monitoring-Bericht zur Deutschen Anpassungsstrategie (DAS), basierend auf einem neu geschaffenen Indikatoren-System, vorgelegt. Mit der Verabschiedung der Anpassungstrategie des Landes an den Klimawandel wurde darauf aufbauend die Erarbeitung eines Indikatoren-Systems für Sachsen-Anhalt in Angriff genommen.

Neben den Bundesindikatoren wurden bereits vorhandene weitere Indikatoren-Systeme, Indikatoren anderer Bundesländer sowie die Ergebnisse der Klimaanalyse für Sachsen-Anhalt betrachtet. Grundsätzlich wurde möglichst auf bereits verwendete Indikatoren und vorhandene Daten zurückgegriffen. In Abstimmungen mit den Vertretern der AG Klima wurden mögliche Indikatoren identifiziert und definiert. Dabei wurde generell berücksichtigt, dass die Indikatoren möglichst auch einen Mehrwert für die Sektoren außerhalb der reinen Klimaanpassung haben. Das bisher aufgestellte Indikatoren-Set (siehe unten) ist dabei nicht als starres System gedacht, sondern kann durchaus noch angepasst werden, u. a. in Abhängigkeit der tatsächlich verfügbaren Datenlage.

  • Klima (Temperatur, Temperaturkenntage, Niederschlag, Bodenfeuchte, Natürliche Schneedecke Harz, Beginn und Ende Frostfreiheit, Blühbeginn Apfel, Dauer Vegetationsperiode, Hitzewarntage)
  • Wasser (Grundwasserstand, Grundwasserneubildung, Mittlerer Abfluss (MQ), Mittlerer Hochwasserabfluss (MHQ), Mittlerer Niedrigwasserabfluss (MNQ), Wassertemperatur stehender Gewässer, Anzahl eisfreier Tage stehender Gewässer, Schichtungsverhalten von Talsperren)
  • Boden (Bodentemperatur, Bodenwasservorrat, Entwicklung Humusgehalt)
  • Landwirtschaft (Schaderregerbefall, Qualität von Ernteprodukten, Beregnungsbedürftigkeit)
  • Forstwirtschaft (Wuchsverhalten einheimischer und eingeführter Baumarten, Baumartenzusammensetzung in Naturwaldreservaten, Waldbrandgefährdung, Waldzustand, Entwicklungszyklen von forstwirtschaftlich relevanten Insekten, Entwicklung Humusvorrat in forstlichen Böden, Standortswasserbilanz)
  • Biodiversität (Arealveränderungen klimasensitiver Arten, Phänologische Veränderungen bei Wildpflanzen)
  • Infrastruktur (Diversifizierung der Elektrizitätserzeugung, Wärmebelastung in Städten, Sommerlicher Wärmeinseleffekt, Spezieller Energieverbrauch privater Haushalte für Raumwärme, Schiffbarkeit der Binnenschifffahrtsstraßen)

Ein Großteil der Indikatoren liegt bereits vor, für einige Indikatoren mangelt es noch an einer ausreichend langen Datenbasis um daraus aussagekräftige Entwicklungen ableiten zu können. Im Sommer dieses Jahres ist die Veröffentlichung von aufbereiteten Kennblättern für die Indikatoren geplant, deren Datenbasis eine Analyse zulässt.

Monitoring von Klimawandelfolgen am Beispiel der Phänologie

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Ein anschauliches Beispiel für klimawandelbedingte Entwicklungen und die verwendeten Indikatoren stellt die phänologische Uhr dar. Die Phänologie untersucht die wiederkehrenden biologischen Zyklen in der Pflanzen- und Tierwelt und ihre Verbindungen zu klimatischen Bedingungen. Der Blattfall der Stiel-Eiche dient beispielsweise als Indikator für den Beginn des Spätherbstes. Diese phänologischen Zyklen werden für verschiedene Zeiträume analysiert und in einer phänologischen Uhr gegenübergestellt.

Zwei Veränderungen zeigen sich für Sachsen-Anhalt besonders deutlich: Es kommt zu einer verkürzten Vegetationsruhe (122 Tage für 1961-1990 gegenüber 101 Tagen für 1991-2018) sowie zu einer Verfrühung fast aller phänologischen Jahreszeiten. Für die Analyse werden die Daten des Deutschen Wetterdienstes ausgewertet. Darüber hinaus existiert in Sachsen-Anhalt im Biosphärenreservat Mansfeld-Südharz (Roßla) ein phänologischer Garten.

Umweltbezogene Nachhaltigkeitsindikatoren und Biodiversitätsindikatoren

Umweltindikatoren beschreiben den Zustand der Umwelt, die Wirkungen von Handlungen und Maßnahmen und dienen der Bewertung des Trends der Entwicklung der Umweltsituation.

Veränderungen der biologischen Vielfalt, insbesondere vor dem Hintergrund sich wandelnder Nutzungen sowie Umweltveränderungen, werden durch Biodiversitätsindikatoren beschrieben.

Auf den Seiten des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt stellen wir Ihnen diese Indikatoren bereit.