Die Veränderung des Klimas hat Auswirkungen auf Menschen, Tiere, Natur und Umwelt. Diese Auswirkungen werden als Klimafolgen oder Klimawirkung bezeichnet. Typische globale Klimafolgen sind beispielsweise das Schmelzen der allermeisten Gletscher, der Anstieg des Meeresspiegels oder die zunehmende Versauerung der Meere.

 

Je nach örtlicher Gegebenheit und Sensitivität des betrachteten Systems können Klimafolgen sehr unterschiedlich ausfallen. So spielt der Anstieg des Meeresspiegel (zumindest auf den ersten Blick) für Sachsen-Anhalt als Binnenland keine Rolle. Aufgrund der geographischen Lage (Mitteldeutsches Trockengebiet) ist das Niederschlagsdargebot und -regime aktuell von größerer Bedeutung. Die Trockenheit und Dürre im Jahr 2018 und teilweise 2019 waren außergewöhnliche Ereignisse und führten unter anderem zu massiven Ernteeinbußen in der Landwirtschaft.

 

Die zweifelsfreie Zuschreibung eines Einzelereignisses (Dürre 2018/2019) als direkte oder indirekte Folge des Klimawandels (Temperaturanstieg, abnehmende Niederschläge im Sommer) ist jedoch nicht möglich. Auch bei der Analyse und Bewertung von Klimafolgen betrachten wir daher wieder ausreichend lange Zeiträume, um Außreißern kein übermäßiges Gewicht beizumessen und Fehlintzerpretationen zu vermeiden.

Klimafolgen

Klimafolgen entstehen durch

  • die Veränderung des mittleren Zustandes des Klimas. Die Veränderungen zeigen sich beispielsweise durch steigende Temperaturen, erhöhte Sonnenscheindauer und einer Verschiebung der Niederschläge vom Sommer in den Winter.
  • vermehrte und/ oder verstärkte Klimaschwankungen (Klimavariabilität). Das Jahr 2018 war in Sachsen-Anhalt sehr niederschlagsarm (∼350 mm), während 2007 das feuchteste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war (∼800 mm).
  • Veränderungen der Intensität, Dauer und/oder Anzahl von extremem Wetter- und/ oder Witterungsereignisse wie Starkregen, Hitze, Trockenheit oder Stürmen.

Die Summe dieser Veränderungen fassen wir unter dem Begriff Klimasignal zusammen. Die Ausprägung der Klimafolgen wird dagegen maßgeblich bestimmt durch

  • die räumliche Betroffenheit. Da Sachsen-Anhalt das trockenste aller Bundesländer ist, wirken sich Niederschlagsarmut und erhöhte Verdunstungsraten bei uns besonders gravierend aus. Beispielsweise durch erhöhte Waldbrandgefahr.
  • die Sensitivität, also die Anfälligkeit eines Systems (z. B. Ökosystem) oder Sektors (z. B. Landwirtschaft) gegenüber den klimatischen Veränderungen. Steigende Temperaturen wirken sich positiv auf den Weinbau in unserer Region aus. Für die menschliche Gesundheit können erhöhte Temperaturen im Sommer jedoch gravierende negative Folgen haben.

Wie das Beispiel Weinbau zeigt, können Klimafolgen auch positive Auswirkungen haben. In der Regel stehen die Systeme jedoch unter großem Anpassungsdruck. Um unterschiedliche Klimafolgen darstellen zu können, betrachten wir die Auswirkungen sektorspezifisch.

Ausblick

Für die strategische Ausrichtung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels ist es unentbehrlich, Veränderungen zu beobachten und zu messen. Als Grundlage für die Bewertung klimawandelbedingter Entwicklungen dient eine systematische Analyse dieser Prozesse. Indikatoren bieten dabei eine wirksame Möglichkeit, komplizierte Sachverhalte mit messbaren Ersatzgrößen zu beschreiben und Anpassungsmaßnahmen festzulegen.

In Abstimmungen mit den Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitsgruppe Klima (AG  Klima) des Landes Sachsen-Anhalt wurden mögliche Indikatoren identifiziert, definiert und in ein Indikatoren-Set überführt. Dabei wurde generell angestrebt, dass die Indikatoren auch einen Mehrwert für die Sektoren aufweisen, unabhängig von der reinen Klimafolgenforschung. Das bisher aufgestellte Indikatoren-Set ist nicht als starres System gedacht, sondern kann durchaus noch angepasst werden, u. a. in Abhängigkeit von den tatsächlich verfügbaren Daten.

Die Indikatoren werden vom Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt in Abstimmung mit den fachlich Verantwortlichen erarbeitet und in Kennblättern aufbereitet. Eine Aktualisierung wird je nach Datenlage vorgenommen. In regelmäßigen Abständen wird auf Basis dieser Indikatoren ein Monitoring-Bericht für Sachsen-Anhalt erarbeitet.

Mit einer Veröffentlichung der Kennblätter ist im Herbst zu rechnen. Der Monitoringbericht wird Ende diesen Jahres veröffentlicht.