Obwohl der wissenschaftliche Kenntnisstand zum Klimawandel in den vergangenen Jahrzehnten beachtlich gestiegen ist, nehmen die globalen Treibhausgasemissionen – die Ursache für den vom Menschen gemachten Klimawandel – noch immer bedenklich zu statt ab. Da das Klimasystem sehr träge auf Veränderungen reagiert, werden sich die Folgen des Klimawandels (z. B. vermehrte Hitzebelastung im Sommer, Zunahme von Extremen wie Dürresituationen oder Starkregen) selbst bei einer sofortigen und massiven Reduktion der globalen Treibhausgasemissionen erst einmal weiter intensivieren. Man kann grob sagen, dass die Klimaveränderungen bis ca. 2050 auf Basis der bisherigen Treibhausgasemissionen bereits feststehen. Diese Aussage verdeutlicht die Notwendigkeit einer sofortigen substanzielle Minderung der Treibhausgasemissionen!
Die Anpassung an die unvermeidbaren Folgen dieses Klimawandels ist daher unabhängig von den globalen Klimaschutzanstrengungen ein zentraler und notwendiger Bestandteil der Daseinsvorsorge. Die Anpassung ist daher neben dem Klimaschutz die zweite Säule der Klimapolitik in Sachsen-Anhalt. Das Land hat mit der Erarbeitung seiner Anpassungsstrategie 2010 frühzeitig gehandelt und Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels unter Einbeziehung der Öffentlichkeit entwickelt. Im Dezember 2025 wurde die Anpassungsstrategie letztmalig fortgeschrieben. Sie bildet das zentrale Element der Anpassung in Sachsen-Anhalt auf Landesebene.
In 18 Handlungsfeldern werden jeweils die
- Herausforderungen des Klimawandels auf das Handlungsfeld analysiert,
- bisherige Anpassungsaktivitäten beschrieben
- kurz- und mittelfristig erforderliche Schwerpunkte der Anpassung definiert, und
- spezifische Informationsangebote unterbreitet.
Außerdem stellt die aktuelle Fortschreibung weitere Landesstrategien und -aktivitäten (Nachhaltigkeitsstrategie, Klimaschutzaktivitäten) sowie handlungsfeldübergreifende Konkurrenzen und Wechselwirkungen in den Kontext der Klimafolgenanpassung.
Letztendlich führen jedoch nur konkrete Anpassungsmaßnahmen zu einer Erhöhung der Widerstandsfähigkeit im Land. Die Überarbeitung und Aktualisierung der einzelnen Maßnahmenbeschreibungen und -wirkungen mündet mit dieser Fortschreibung in einem Maßnahmenplan, der dieser Strategie als Anlage beigefügt ist.