Entwicklung der Trockenheit

Es gibt keine einheitliche Definition von Dürre und Trockenheit. Aus meteorologischer, hydrologischer bzw. landwirtschaftlicher Sicht ist sie durch eine unterdurchschnittliche Wasserverfügbarkeit in Folge hoher Temperaturen und geringer Niederschläge über einen längeren Zeitraum gekennzeichnet. Das bisher größte Niederschlagsdefizit für Deutschland wurde für den Zeitraum April bis Juli 2018 gemessen. Laut dem Deutschen Wetterdienst waren die intensive Trockenheit und anhaltende Hitze im Sommer 2018 außergewöhnlich. Auch das Jahr 2019 und das aktuelle Frühjahr führten durch mangelnde Niederschläge zu einer weiteren Verschärfung der Trockenheit in Sachsen. Solche extremen Wetterlagen werden infolge des Klimawandels immer häufiger auftreten.

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Gefahren

Anpassungsmaßnahmen

Anpassungsmaßnahmen zielen auf die Minimierung von Schäden durch Trockenheit in der Land- und Forstwirtschaft und die Entwicklung von Strategien zur Vorsorge sowie Bewusstseinsbildung und Information ab. Da die witterungsbedingten Risiken sich durch den Klimawandel weiter erhöhen werden und die Ertragsstabilität gefährden, wird der Umgang mit produktions- und marktbedingten Risiken als Aufgabe jedes land- oder forstwirtschaftlichen Unternehmens immer wichtiger. Um klimabedingte Risiken zu verringern und zu streuen, kann auf vielfältige Instrumente und Maßnahmen in Kombination mit einer Kosten-Nutzenanalyse zurückgegriffen werden. Neben Maßnahmen im Bereich Bodenbearbeitung, Anbaumethoden und Bewässerung werden auch Versicherungen gegen Dürre an Bedeutung gewinnen. In der Forstwirtschaft ist der Waldumbau eine der wichtigsten Maßnahmenkomplexe.

Gute-Praxis-Beispiele

Agrargenossenschaft „Heideglück“ Sprotta

Betroffenheit: Die Trockenheit in Nordsachsen hatte im Sommer 2018 drastische Folgen für die Agrargenossenschaft in Sprotta, die auf leichten, wenig wasserhaltenden Böden wirtschaftet. Es gab fast keinen Ertrag beim Grünschnitt sowie Ernte- und Ertragsausfälle bei den Kulturen von 30-100 %. Weiterhin herrschte Futternot bei den Schafen und Mangel beim Grobfutter für die Wiederkäuer.

Strategien für die Zukunft: Mit dem Anbau von Winterzwischenfrüchten und der Erweiterung der Hauptfutterfläche mit Dauerkulturen soll das Dürrerisiko für den Futteranbau reduziert werden. Weiterhin soll Mais teilweise durch Sorghum ersetzt werden. Die Anlage von Blühflächen dient der finanziellen Absicherung. Auch die Möglichkeiten zur Beregnung sollen geprüft werden.

Mittelsachsen

Das Niederschlagsdefizit vom Frühjahr bis zum Herbst 2018, einhergehend mit hohen Temperaturen und entsprechend hoher Verdunstung, führte zu bisher unbekannten flächendeckenden Dürreverhältnissen in Deutschland. In einigen Regionen Mittelsachsens führte das zu direkten Auswirkungen auf die Sicherheit der Trinkwasserversorgung und temporären Nutzungsbeschränkungen. Aufgrund der projizierten klimatischen Änderungen für die Untersuchungsräume „Ostrau, Jahnaaue“ und „Raum Rochlitz“ wird mit einem erheblichen Rückgang der Grundwasserneubildung gerechnet. Zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit mit Trinkwasser, auch unter zukünftigen klimatischen Bedingungen, wurde in einer Studie untersucht, wie sich die gegenwärtige Situation in den Risikogebieten darstellt, mit welcher Entwicklung der Grundwasserneubildung laut Modellen gerechnet werden sollte und welche Maßnahmen zum Erhalt der Versorgungssicherheit auch unter Beachtung der Anforderungen bestimmter Not- und Krisensituationen geeignet sind.

Es gibt ergänzend zum Projekt Mittelsachsen zwei Leitfäden zur Risikoanalyse und Notfallvorsorgeplanung der Trinkwasserversorgung des Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Coswig

Der Lockwitzarm nach Brockwitz führt in längeren Trockenperioden wenig Wasser bzw. verlandet teilweise. Durch eine Umgestaltung des Bachabschnittes kann bei Starkregen zudem der Hochwasserschutz verbessert werden, aber auch touristisch attraktive Landschaftsabschnitte geschaffen werden. Zudem muss ein Mindestabfluss in Trockenphasen gewährleistet werden.

Auf der Grundlage historischer Betrachtungen (Linienführung, Fauna, Flora, Hochwassersituationen, Nutzungen, etc.), einer Situationsanalyse, Betrachtungen unter Verwendung von Referenzgewässern usw. soll ein gekoppeltes hydraulisches – ingenieurbiologisches Projekt entwickelt werden.