Handlungsfeld Gesundheit

Hitzewellen

Auch wenn international keine einheitliche Definition des Begriffs Hitzewelle existiert, handelt es sich um eine mehrtägige Periode mit ungewöhnlich hoher thermischer Belastung. Eine Hitzewelle ist ein Extremereignis, welches die menschliche Gesundheit gefährdet und besonders für alte und kranke Menschen ein hohes Risiko darstellt. In den letzten Jahren häuften sich die Hitzewellen infolge des Klimawandels. Nach den heißen Sommern 2003 und 2018 wurde auch 2019 extrem heiß und trocken, mit mehreren Hitzewellen in allen drei Sommermonaten. Erstmalig wurde in Deutschland die Marke von 42°C überschritten. Sachsen erlebte 2019 den wärmsten Sommer seit 1881. Nach Einschätzungen des Weltklimarates (IPCC) wird sich die Zunahme der Häufigkeit und Intensität von Hitzewellen mit hoher Wahrscheinlichkeit fortsetzen.

 

Gefahren

Anpassungsmaßnahmen

»Ein Großteil der hitzebedingten Gesundheitsschäden ist vermeidbar, wenn Gesundheits- und Sozialsysteme sowie die öffentliche Infrastruktur vorbereitet sind.«
Quelle: Heat Health Action Plans – Guidance, WHO Europe 2008

Empfehlungen für ein angepasstes Verhalten, wie ausreichend trinken, Wohnung tagsüber schattieren, nachts lüften und feuchte Tücher aufhängen, körperliche Aktivitäten in den Morgen bzw. Abend verlegen, können die negativen gesundheitlichen Folgen durch Hitzestress minimieren. In Bezug auf kranke und alte Menschen sind unbedingt die direkte Auswirkung der Hitze auf die Haltbarkeit von Medikamenten als auch die veränderte Wirkung und kritische Nebenwirkungen einiger Medikamente zu beachten. Weiterhin müssen vorbeugende Maßnahmen wie gezielte Beschattung, Ausrichtung von Gebäude oder Klimatisierung öffentlicher Einrichtungen ergriffen und für den Notfall ein Hitzeaktionsplan erstellt werden. Der Deutsche Wetterdienst unterstützt die Maßnahmen mit seinem Hitzewarnsystem. Auf Grundlage der gefühlten Temperatur und einem Simulationsmodel zur Berechnung der Wärmebelastung in Innenräumen werden Landkreise vor starker bzw. extremer Wärmebelastung gewarnt.

Gute-Praxis-Beispiele

Hitzeaktionsplan Steiermark

Ein wichtigstes Werkzeug zur Prävention von hitzebedingten Gesundheitsschäden stellt die Ausarbeitung eines Hitzeaktionsplanes dar. In diesen Plänen werden Verantwortlichkeiten und Maßnahmen im Falle des Eintretens von Hitzewellen festgeschrieben, aber auch längerfristige, präventive Maßnahmen definiert. Da sich die vorhandene Infrastruktur und die klimatischen Bedingungen regional stark unterschieden, müssen lokale bzw. regionale Hitzeaktionspläne erstellt werden. Die Steiermark (Projektpartner in LIFE LOCAL ADAPT) ist seit Jahren mit einer verstärkten Hitzeproblematik konfrontiert und verfügen daher über einen sehr gut ausgearbeiteten und erprobten Hitzeschutzplan (sowie dazugehörige Merkblätter.