ReKIS Wissen - Sachsen

Das Energie- und Klimaprogramm Sachsen (EKP) ist Kabinettsbeschluss der sächsischen Staatsregierung und verfolgt u.a. die drei Strategien: 1) Klimaentwicklung beobachten und Klimawissen bereitstellen; 2) Betroffenheit ermitteln, Klimafolgen abschätzen und Anpassungsstrategien entwickeln; 3) Forschung fördern, Bildung erweitern und Kooperation ausbauen.

Im Rahmen des EKP ist das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) für die Beobachtung und Bewertung des Klimawandels und der Klimafolgen im Freistaat Sachsen zuständig. Es wirkt an der Ermittlung von Betroffenheiten, der Identifikation von Risiken durch den Klimawandel und der Entwicklung von Anpassungsstrategien mit.

Zur Umsetzung der Aufgaben im EKP wurde vom LfULG das Leitprojekt „Herausforderung Klimawandel in Sachsen“ mit den Teilprojekten: 1) Datengrundlagen und Extreme, 2) Betroffenheit und Anpassung, 3) Öffentlichkeitsarbeit und Wissenstransfer initiiert.

Im Bereich ReKIS WISSEN soll aufbereitetes Klimawissen in kompakter Form vermittelt werden. Der Zugang zu (aufbereiteten) Daten erfolgt über ReKIS EXPERT.

Aktuelle meteorologische Situation in Sachsen

Abweichungen im Jahr 2020 zu den Perioden 1961-1990 und 1991-2020

August 2020

Besonderheit der gegenwärtigen Situation

Seit Herbst 2013 traten in den Jahreszeiten bis einschließlich Winter 2019/20 vermehrt atmosphärische Bedingungen auf, die den Aufbau bzw. die Ausprägung von Trockenheit in Sachsen begünstigen. So baute sich von November 2017 bis August 2020 ein kumulatives Niederschlagsdefizit von – 400 l/m² (- 18 %) vs. 1961-1990 bzw. – 480 l/m² (- 22 %) vs. 1981-2010 auf. Aus den weitreichenden und noch anhängigen Folgen leitet sich die Frage nach der Besonderheit der gegenwärtigen Situation gegenüber früher aufgetretenen Niederschlagsdefiziten ab.

Aufgrund des sehr hohen thermischen Niveaus (+ 2,2 K vs. 1961-1990 bzw. + 1,6 K vs. 1981-2010) erhöhte sich die potentielle Verdunstung (Sättigungsdefizit der Atmosphäre) im genannten Zeitraum um + 305 l/m² (+ 17 %) bzw. + 235 l/m² (+ 13 %) vs. 1981-2010. Auf diese enorme atmosphärische Sogwirkung reagiert die Landoberfläche mit der tatsächlichen Verdunstung, was sehr hohe Verdunstungsraten von Wasserflächen und bei anhaltenden Niederschlagsdefiziten eine weitgreifende Ausschöpfung des Bodenwassers bis in tiefere Schichten zur Folge hat. Hinzu kommt, dass Wassermangel die tatsächliche Verdunstung unterdrückt und sich somit die bodennahe Luft zusätzlich erwärmt. Kritisch ist, dass über kurzfristige Niederschlagsüberschüsse keine Kompensation erreicht werden kann.

Für das System Boden-Pflanze-Atmosphäre stellt das gleichzeitige und anhaltende Auftreten (Einwirkzeit!) von Temperatur- und Niederschlagsextremen besondere Risiken mit weitreichenden Folgen dar.

aktuelle Situation für die Bodenfeuchte:

Dürremonitor Deutschland (UFZ)

Bodenfeuchte Deutschland (DWD)